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Maris Tagebuch – von Schlaubergern umzingelt

mariMari ist ein tolles Mädchen. Sie hat was im Kopf, ist kreativ und ein echter Kumpel.

Ihr Leben ist ziemlich chaotisch. Ihr Vater schreibt schnulzige Bestseller, ihre Schwester ist eine berühme Violinistin. Und nun verreist auch noch ihre Mutter für 6 Monate um die Welt zu retten.

Zum Glück hat sie eine Freundin die überall den Durchblick hat: Spicka, die beste Abschreiberin der Schule! Und eine Freundin auf die man sich trotz ihrer düsteren Bewusstheit des globalen Elends verlassen kann…oder? Vielleicht ist Elsa auch zu den Superschlauen Mitschülern aus der E-Klasse übergelaufen.

Wie auch immer, Mari und ihre Freundinnen lavieren sich durch Berge von Hausaufgaben, Dumme Bemerkungen und: die Klassenfahrt des Grauens.

Bin ich blöd oder was?!“ ist ein ganz toller Comicroman in Tagebuchform. Mari ist eine Heldin von der man bisher noch nicht gelesen hat. Sie glänzt von innen und kümmert sich nicht um Äußerlichkeiten.

Olivia Viewegs Zeichnungen sind erstklassig: Ausdrucksstark, humorvoll und unkonventionell. Wie Mari.

Maris Tagebuch ist Gregs Tagebuch absolut ebenbürtig und für alle Jugendlichen zu empfehlen, die mal wieder so richtig über die Schule lachen wollen. Und ganz nebenbei Inspiration fürs Zeichnen sammeln wollen.

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Von der Grausamkeit

mobbing

Antoinette kehrt zurück in den Ort ihrer Kindheit. Sie lebt in den USA, nicht zufällig weit von diesem Ort entfernt. Normalerweise verleugnet sie ihre Vergangenheit einfach. Doch sie wird noch immer von ihr verfolgt.

Und eines Tages erkennt sie, dass sie ihr jüngeres Selbst aus diesem Ort befreien muss. Und sie kehrt noch einmal zurück.

Zurück zu denen, die sie damals als Schülerin so grausam verfolgt haben. Sie ausgeschlossen haben, gedemütigt, verfolgt. Zurück zu den inzwischen saturierten Erwachsenen deren Taten sie noch immer verfolgen.

Olivia Vieweg findet kraftvolle Bilder für die grausamen Taten der Jugendlichen, für die wegsehenden Erwachsenen und für die grausame Wirkung des Mobbings, welches die Opfer oft eine lange Zeit ihres Lebens nicht loslässt.

Es hat wohl jeder schon einmal Erfahrung mit Mobbing gemacht. Ob im Kindergarten, in der Schule oder im Beruf. Immer wieder wird Mobbing geduldet oder sogar gefördert. Dabei wäre es so wichtig hier Präventions- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Dieses Buch leistet das ganz ohne Pädagogik oder Erklärungen – es zieht den Leser in die Vergangenheit von Antoinette hinein und vermittelt die Erfahrung von Mobbing so direkt wie nur möglich.

Eine fünfpfotige Leseempfehlung für diese wunderschöne, hochkünstlerisch, humorvoll und einfallsreich gezeichnete Graphic Novel zu einem sehr wichtigen Thema!

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