Schlagwort-Archiv: Poesie

Lieblingsbuch!

vorzeigepinguin

Es gibt Bilderbücher, die sind lustig. Es gibt lehrreiche Bilderbücher. Es gibt Bilderbücher mit tollen Geschichten und solche mit tollen Bildern.

Und es gibt Lieblingsbücher. Der Bär der nicht da war von Oren Lavie mit Illustrationen von Wolf Erlbruch ist ein Lieblingsbuch. Ein Lieblingsbuch will oft gelesen werden, zum Beispiel jeden Tag. Seine Figuren wachsen ans Herz und über die Geschichte hinaus.

Die Lieblingsgeschichte berührt die Leserin. Sie lässt die Leserin auch mal kichern. Und Fragen stellen. Nach und weiterdenken.

Die Bilder von Wolf Erlbruch sind ein großer Genuß. Irgendwann muss aber doch umgeblättert werden um diese phantastische Geschichte von Oren Lavie weiterzulesen.

Ich empfehle Der Bär der nicht da war mit fünf Pfoten. Es ist ein Kinderbuch über das auch ein Erwachsener nicht alles weiß. Ein Buch, daß man entdecken kann. Und mit dem man lernen kann alles ein bisschen anders zu sehen.

derbaeristda

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Die Magie des Träumens

traumsammlerinDie Wollsammler sind magische Wesen. Sie leben auf Wiesen und sammeln die Träume und Gedanken, die Menschen verloren gehen.

Bei Kiepenheuer und Witsch ist ein großartiges, poetisches, bibliophiles Büchlein von Patti Smith erschienen: „Traumsammlerin„.

In diesem Buch schreibt Patti Smith über das Träumen. Sie schreibt über ihre Kindheit, über das Zeichnen und Dichten. Und über die Magie des Sich-verlierens an den Moment oder an Gedanken. Glück aber auch Schmerz, Verlust und Traurigkeit beschreibt sie erhellend und unsentimental. Ergänzt werden die Texte durch Fotos aus dem Besitz der Autorin.

Es gelingt Patti Smith das magische Denken, die Kinderspiele greifbar zu machen als einen vergessenen Schatz. Mit Ernst betrachten die Kinder die Welt, doch dieser Ernst ist lebendig und freudig: „Wie glücklich wir doch als Kinder sind. Wie die Stimme der Vernunft dieses Licht verdunkelt“ (S.103). Die poetische Beschreibung dieser kindlichen Sicht auf die Welt gelingt Patti Smith so herausragend gut, dass die eigene Erinnerung sich wieder rührt.

Patti Smith beschreibt die Entstehung von Zeichnungen und Texten aus dem Abschreiben, hineinversetzen, davonschweben in Gedanken: „Ich gestehe allerdings, das mich das Unterfangen müde machte, und ich zu einem Ort driftete, der präsenter war als ich, die dasaß und pflichtbewusst nähte, während meine Finger den Faden verloren und sich zu meinen Gedanken gesellten – anderswohin“ (S.52).

Die Träume und Gedanken die den Menschen verloren gehen sind wertvoll. Das  Kind träumt mit Leichtigkeit. Doch auch für Erwachsene ist diese Leichtigkeit zugänglich. Patti Smith erlebt mit Ihren Kindern, dass sie noch fliegen kann und lässt sich „übers Gras schweben (…), auch wenn es allen schien, dass ich noch unter ihnen war, umhüllt von menschlichen Pflichten, mit beiden Füßen auf dem Boden“ (S.105).Eine fünfpfotige Leseempfehlung für alle TräumerInnen!!!

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