Kategorie-Archiv: Tod

A Hawk Companion

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H is for Hawk is a brilliant book. It is a non fiction book pulling the reader right in. It is packed with brilliant descriptions, insights and deeply interesting caracters, one of them a Hawk called Mable.

A young woman has just lost her father. The world without him hurts her as if she was constantly breathing very cold air. Her past and present whirl around her, while she feels unable to move towards the future of a world no longer held together by her fathers presence.

The woman decides to buy a hawk and train it. She wants to get out of herself, away from the grief, become a part of the wilderness of this animal. But forming a relationship with the bird will also require her abilities connecting her deeply with her father: watching, being patient, almost disappearing, being present outside herself.

She has been a falconer for a long time, but never has had a Hawk, who are said to be difficult and vicious birds. Her wish to become a falconer had lead to her reading TH White’s The Goshawk as a child. This book had both repelled and fascinated her. White treats his Hawk unbearably cruel as he tragically misunderstands it. Now she starts rereading it as she is working out her own relationship with the world anew. And her relationship with her Hawk which is marked by her professional competence and her intense focus on the bird.

As she sees it for the first time, her own young Hawk strikes her as a similar soul. Attentive, sensible, open to the world, but at the same time lost in its vastness, and the multitude of its input to her senses.

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Together with Mabel she goes out into the world again.

A book I certainly wouldn’t want to have missed! One of a kind, philosophical, intense and full of the wonders of reality, perception and companionship.

I recommend it with five paws!

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Die Knochenstraße

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Die Knochenstraße von Stalingrad war eine Strecke zu Stellungen, die immer wieder eingeschneit wurde. Skelette von Pferden und Soldaten markierten den Weg. Der Soldat ist Material zur Kriegsführung, auch nach seinem Tod.

Hitler hatte der 6. Armee befohlen sich in Stalingrad „einzuigeln“. Nachdem sie vom Rest des Heeres abgeschnitten worden war, sollte sie Stalingrad um jeden Preis halten.  Da diese Aufgabe nicht zu schaffen, eine ausreichende Versorgung aus der Luft von Anfang an nicht und immer weniger zu leisten war, die Rote Armee den Eingeschlossenen in allen Belangen überlegen war, mussten die Offiziere erkennen, dass sie sämtlich zu sterben hatten. Doch bis zum Sterben war der Weg noch lang. Pläne, Verteidigungslinien, Hoffnungen und so viele tote Soldaten lang.

Unter den Soldaten der 6. Armee gab es immer mehr lebende Tote, bis an den Rand ihrer Existenz ausgezehrte, erfrorene, vertrocknete, verhungernde Menschen.

Hitler, der Fanatismus, der Gehorsam und die Gründlichkeit mit der seine Befehle und Pläne ausgeführt wurden. In Stalingrad trafen sie Angehörige der Wehrmacht.

Dieses Buch wurde geschrieben um zu warnen, zu dokumentieren und um die eigene Seele zu erleichtern. „Durchbruch bei Stalingrad“ von Heinrich Gerlach, der als einer der wenigen Wehrmachtsangehörigen den Kessel von Stalingrad überlebte. Er schrieb es in russischer Kriegsgefangenschaft, konnte das Buch aber nicht nach Deutschland schmuggeln. Das Buch war Heinrich Gerlach so wichtig, dass er nach seiner späten Heimkehr nach Deutschland sein Buch erneut zu schreiben begann.

Erst nach Ende des Kalten Krieges gelang es Carsten Gansel und anderen das Originalmanuskript zu finden, zu fotografieren und abzuschreiben. In einem ausführlichen spannenden Nachwort beschreibt Carsten Gansel seinen Weg zum Manuskript. Außerdem dokumentiert er vieles was er zur Entstehung des Buches herausgefunden hat.

„Durchbruch bei Stalingrad“ ist ein vielstimmiger aufrichtiger Bericht. Nicht nur vom Krieg, sondern von der Vernichtung des Menschen. Es wäre schön, wenn es nun wieder Leser fände. Immer wieder entscheiden sich junge Menschen in den Krieg zu ziehen. In diesem Buch können sie erfahren was sie dort erwartet. Sinnlosigkeit, Grausamkeit, Vernichtung.

Ich empfehle das Buch mit fünf Pfoten.

Even Death cries

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Das Buch „Die Verbrannten“ von Antonio Ortuño beschreibt die Hölle die Menschen für andere Menschen erschaffen. Sie verdienen damit Geld zu foltern, machen sich einen Spaß aus ihren Morden und vergewaltigen mit einem Achselzucken.

Selbst noch am Rande des in sich zusammenstürzenden Mexiko wird Alltag gelebt. Zu diesem Alltag gehören die Toten auf der Straße, die Massengräber, die Vermissten.

Die Flüchtlinge, die versuchen aus Südamerika durch Mexiko zu kommen, sind ein lohnendes Ziel für die Banden. Für die Öffentlichkeit sind die grausamen Morde an Ihnen oft nur Fußnoten, die neben den „echten Toten“, also ermordeten Mexikanern unwichtig erscheinen.

Nach jedem Massaker wird eine Pressemitteilung die Wogen glätten, jeder getötete Killer hinterlässt ein Dutzend neuer Köpfe die an seine Stelle rücken wollen.

Antonio Ortuño gelingt es in seinem Roman unterschiedlichste Protagonisten zu Wort kommen zu lassen. Sie erzählen die Geschichte vieler Tausender stellvertretend. Dennoch sind sie Figuren mit je eigenem Charakter, keine Klischees.

Es gelingt ihm Gewalt explizit zu beschreiben ohne sie zu verherrlichen.

Der Autor zeigt wie Rassismus und Korruption den Mördern den Weg bereiten und den Verfolgten die Hilfe verwehrt.

Ein wichtiges Buch, das ich mit fünf Pfoten empfehle.

 

 

 

 

Vor dem Lebensende

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Die letzten Lebensjahre sind Besondere Jahre. In ihrer Graphic Novel zeichnet Joyce Farmer die letzten Lebensjahre ihrer Eltern auf.

Sie helfen sich gegenseitig und organisieren ihren Alltag um ihre Gebrechen. Nicht perfekt, aber glücklich. Doch der Gesundheitszustand von Rachel und Lars wird zusehend schlechter. Ihre Tochter Laura kümmert sich immer mehr um die beiden und bemüht sich Ihnen dennoch die Eigenständigkeit zu erhalten.

Weil sie zu Hause ihre Medikamente nicht eingenommen hat, erblindet Rachel. Irgendwann wird die schwierige Entscheidung getroffen sie ins Pflegeheim zu bringen. Doch dort führt ein Versäumnis zu einem fatalen Sturz aus dem Bett.

Bei Lars wird Lungenkrebs aufgrund gesundheitsschädlicher Arbeitsbedingungen festgestellt. Laura will ihn auf jeden Fall zu Hause  pflegen.

Diese Graphic Novel gibt einen Einblick ins Alter. In die Freuden ebenso wie auf die Fallstricke einer zunehmend beschränkten Existenz.

Es gibt nicht den richtigen, perfekten Umgang mit diesem Lebensabschnitt. Doch vor dem Lebensende kann noch viel Glück liegen. Neue Freundschaften, und alte. Das Beibehalten alter Ansichten und die Veränderung. Die Erinnerung an Erlebtes, die Weitergabe von Liebgewonnenem.

Die Autorin berichtet ehrlich und unverstellt von der Begleitung zweier Menschen vor dem Lebensende. Besonders beeindruckend ist der offene Umgang mit dem nahen Tod von Lars, und welchen Frieden er den Beteiligten trotz aller Trauer bringt.

Ich empfehle das Buch mit fünf Pfoten!

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Auslöschung

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Es beginnt in einer geheimnisvollen, abgeschotteten Region. Vier Wissenschaftlerinnen begeben sich in diese Area X um es zu untersuchen.

Was genau hier geschieht, wie lange und ob es sich weiter über die Welt ausbreiten wird, wissen sie nicht.

Von ihren Auftraggebern belogen und manipuliert begeben sie sich in eine unheimliche Wildnis. Hier wird alles menschliche verschlungen. Und doch scheint in manchen Tieren etwas menschliches gefangen zu sein. In den perfekt scheinenden Ökosystemen blitzt immer wieder Schmerz und Grausamkeit auf. Doch kommen sie von den Menschen die in Area X verschwanden oder von der geheimnisvollen Macht die alles innerhalb ihrer Grenzen aufhebt?

Auslöschung von Jeff Vandermeer beschreibt eine große Entgrenzung. Das wir innerhalb unseres Ökosystems Erde stehen, haben wir erkannt. Doch sehen wir uns vor allem als Individuen.

Die Auflösung dieser Individualität durch gesellschaftliche oder biologische Abläufe die wir nicht beeinflussen können, durch Manipulationen die wir nur manchmal durchschauen, durch unsere Ängste und Reaktionen, durch die Überschreitung der Grenze dessen, was wir ertragen können – all diese Prozesse, diese Bedrohungen des Ichs sind in Auslöschung thematisiert.

Jeff Vandermeer schreibt auf hohem literarischen Niveau über die drängenden Fragen unserer Zeit. Er tut dies so spannend, dass das Buch kaum aus der Hand gelegt werden kann. Es ist auch für Jugendliche empfehlenswert. Fünf Pfoten für Auslöschung, erschienen im Kunstmann Verlag.

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País de muerte

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Ladydi und ihre Freundinnen wachsen in einem kleinen armen Dorf im Dschungel auf. Es ist ein Hügel, auf dem nur Frauen mit ihren Kindern wohnen. Die Männer sind allesamt weggezogen.

In den armen Dörfern Mexicos entführen die Drogenbanden schöne Mädchen. Deshalb werden die Mädchen im Dorf erst als Jungen verkleidet. Und als sie älter sind, werden sie von ihren Müttern möglichst häßlich gemacht.

Die Frauen sind stark und pragmatisch. Sie trotzen ihrem harten Leben und dem alles Umgebenden Tod. Sie graben Erdlöcher für ihre Mädchen, lügen in den Lauf von Maschienengewehren und vergraben Leichen.

Doch trotz ihres Mutes und ihrer Finten sind sie hilflos, als eines der Mädchen erwischt wird. Ladydi möchte weg aus diesem Ort. Aus diesem Dschungeldorf an einer mörderischen Straße Richtung Acapulco.

Gebete für die Vermissten  schreibt ein düsteres Kapitel aus dem Mexico des Drogenkriegs. Das ganze Land ist eine zerbrochene Gemeinschaft. Polizei und Armee sind von Korruption durchsetzt. Die Drogenclans schöpfen unglaublichen Reichtum und überziehen das Land mit Gewalt. Jedes Jahr werden mehr als hunderttausend Frauen und Mädchen entführt und verschwinden für immer in den Abgründen des Menschenhandels. Viele landen in Frauengefängnissen und wenn sie Kinder bekommen, wachsen diese dort auf.

Jennifer Clement hat diesen Frauen und Mädchen eine Stimme gegeben. Ladydi, ihre Freundinnen und ihre Mütter, sie alle eint ein starker Lebenswille und der Mut zu kämpfen wo kaum noch Hoffnung bleibt.

Ein großartiges Buch, das dem Leser trotz des düsteren Themas ans Herz wächst. Eine fünfpfotige Empfehlung! Für mich das beste Buch des ausklingenden Sommers!

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Ein einsames Kind

einsameskindWas kann ein Kind tun gegen die tiefe Traurigkeit eines Erwachsenen? Der Roman „Der Nachtregenbogen“ von Claire King erzählt aus der Sicht der fast sechsjährigen Pea von der großen Kraft von Kindern.

Pea lebt mit ihrer Mutter in einem französischen Dorf. Ihr Vater ist vor kurzem gestorben. Ihre Mutter, die aus England stammt und keine Kontakte im Dorf hat, ist hochschwanger und unendlich traurig und entkräftet.

Pea versucht, sich um sich selbst zu kümmern und auch um ihre Mutter. Sie versucht zu putzen, Frühstück zu machen und die richtigen Dinge zu sagen. Vielleicht, so hofft sie, kann der Einzelgänger Claude ihr helfen.

Hinzusehen und zu helfen ist so wichtig. Eine vierpfotige Leseempfehlung für diesen kraftvollen und inspirierenden Roman!

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